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Sand Atmet Zeit - Los! von Closedunruh |
Closedunruh Zeichen |
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Beim CD-Titel fiel mir gleich so ein komischer Horrorstreifen ein, den ich mal als Kind
gesehen habe. Irgendwelche riesigen Sandwürmer, die wie vollgestopfte Socken
aussahen und sich durch die Gegend rollten. Doch ClosedUnruh haben zum Glück
weder was mit ollen Sandwürmern noch mit seltsamen Horrorstreifen zu tun, und dass,
obwohl die Musik instrumental ist und somit wie geeignet für einen Soundtrack erscheint.
ClosedUnruh lassen beeindruckende elektronische Musik entstehen. Selten bekomme
ich ein so spannendes Album auf den Tisch. Spannend deshalb, weil man einfach nicht
weiß, was als nächstes kommen wird. Bleibt es ruhig, oder fängt gleich die schnelle Abfahrt an?
Kann man weiter in irgendwelchen Sphären schwingen, oder kriegt man gleich ein Brett vor den
Latz geknallt? Kann man sich ruhig entspannen und den Gedanken nachhängen, oder bekommt
man im nächsten Augenblick einen totalen Agro? "Sand Atmet Zeit - Los!" ist eine starke Platte,
die auch beim mehrmaligen Reinhören nicht langweilig wird. Sie bietet viele kleine Nischen, in die
man gefühlsmäßig hineinblicken kann. Ein sehr empfehlenswertes Album. 21.08.2003 17:18 © 2006 by Radio Goethe | |
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Entsichert von Closedunruh | <|
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Das Musik mehr ist als nur ein Charterfolg beweisen erneut
Closedunruh mit ihrem zweiten Werk "Entsichert". Das auf 200 Exemplare
limitierte Album der Hannoveraner ist ein Eintauchen in Klangmontagen.
Mal breit wie ein Fluß und dann wieder tröpfchenweise und vereinsamt.
Closedunruh erkunden musikalisch und klanglich was machbar ist. Zwar
finde ich Liedtitel wie "Einlauf", "Nordwind" oder auch "Vision N-340"
einfach nur Banane, aber das ändert nichts an dem Hörerlebnis auf "Entsichert".
Seit 1980 modelliert Thomas Tier an seinen Soundkreationen herum. Man kann
hier eigentlich nicht von Songs sprechen, vielmehr von musikalischen Landschaftsaufnahmen,
die Grenzen verwischen lassen. Denn was ist Musik? ...im Grunde die
Aneinanderreihung von Tönen, die auf die eigenwilligsten und einfachsten
Weisen entstehen können. Closedunruh gehen dieser alles bedeutenden
Frage immer wieder aufs neue nach. Das Ergebnis ist ein 78 Minuten und
30 Sekunder langer, farbenfroher Klangrausch. Ein Album zum Zuhören. 22.10.2003 04:26 © 2006 by Radio Goethe | |
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Nimm den Zug vom Friedhof von Closedunruh | <|
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"Nimm den Zug vom Friedhof“ – Da muss ich ja glatt als erstes an CHRISTIAN ANDERS
denken, wenngleich der möglicherweise noch eher im Nirgendwo als auf dem Friedhof
verweilt. Anders ist aber dennoch ein gutes Stichwort, denn hier haben wir eine etwas
anderste Electro Scheibe inmitten der immergleichen schwarzen Sequenzer. Liegt
sicher daran, dass Bandcheffe Tier Wolff aus der Punk Szene stammt, die gesamte
Bandbio habe ich aber schon bei der etwa zeitgleich erschienen 10inch "Treffer“
verbraten, also schaut bitte dort. Während genannte Platte bei Kernkrach erschien,
wurde vorliegender Silberling für eben deren 2tes Kernkrach Festival produziert,
wo mich die düsteren Herren ad hoc überzeugten. Nun also ein 67 minütiger Totalangriff auf (nicht mehr ganz) ungeübte Ohren. Paranoia-Lyrik in Verbindung mit düsteren Sequenzen. Wobei der Opener "Betäube deine Sinne“ einen sicheren Underground-Hit abgibt. Monoton tanzbar, mit beschwörenden Rhythmen und eiskalter Ausstrahlung... würde in jeder Wave Disco als veritables Tanzfutter durchgehen. Danach wird es ein wenig unzugauml;nglicher, aber keinesfalls uninteressanter. Hinter minimalen und etwas spröden E-Rhythmen verbreitet "das Tier“ intelligente System- bzw. Gesellschaftskritik, alles andere würde sich ihm einfach verbieten. Kostprobe : "Die Anderen sind schlecht, das sagt doch jeder, und wenn ich nichts mehr sage, gehöre ich dazu“ (aus "Die Anderen“). Nun kann man natürlich mutmaßen, wer die anderen sind...Witzigerweise erinnert mich seine Stimme bisweilen an eine "ernsthafte“ Ausgabe Helge Schneiders, während sie sich wie ein dunkler Schleier auf die endlosen Loops legt. Dark Electro im eigentlichen Sinne des Wortes! Weitere Highlights dieser Odyssee sind u.a. "Preis + Leistung“, wo sich Uptempo mit 80er Feeling mischt, sowie "Das Lebens Kreuz“ mit einem ordentlichen Schuss Wave. Verschwörungstheoretiker, Minimalisten, 80er Fetischisten aufgepasst. CLOSEDUNRUH bringen mit ihrem musikalischen Ansatz frischen Wind in die Synthetik und besitzen genug lyrische Substanz, um sich dauerhaft mit ihnen auseinander zusetzen. Das Backprogramm ist übrigens vielfältig auf diverse Medien verteilt, geht ruhig mal im world wide web auf Entdeckungsreise. Und denk immer daran: Das Leben ist ein Kopfbahnhof... TK (17.07.2006) (Terrorverlag) | |
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Ihre größten Erfolge Vol. 1 von A. Fixstern | <|
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Aus "Das Dosierte Leben Numero 61 / Reh-Zensionen" CD "Die uneingeschränkten misshandelten Sinne - Ihre größten Erfolge Vol. 1 von A. Fixstern Aus Hannover kommt diese deutsche Nebenkarnation von Yoko Ono, die macht, was Sie will und dabei ganz wunderbar in dem Trend des neuen Feminismus (z.Z. festgemacht an Annemarie Schwarzenbach). Sie macht dies schon von 1995-2000 - stilecht und formvollendet auf MC. Es spricht für E-Klageto, dies nun als Silberscheibe herauszubringen. Klingen tut dies zum Teil wie Fit und Limo, zum Teil wie eine nie veröffentlichte Beilage-MC der längst verblichenen Musikzeitschrift SCRITTI. Zwar nervt "Gute Laune - Killer" dann wie beabsichtigt wirklich, dennoch dreizehn Obskur-Brillanten wie "Das Ave Maria der Heimat" oder "Heidewestern" sind unbestechlich originell. Hoffen wir, dass diese begabte Do-It-Yourself-Künstlerin weitermacht. "Die NORM-ALL-MACHER" sind "EI-GEN-ARTIG" - eine Drei-Minuten-Oper, teilweise grinsen "FSK auf LSD" um die Ecke, auch Lied 6 ist einschlägig lyserisch durchtränkt und sehr, sehr hypnotisch! Werbeslogan: "Meisterwerk der "Jetzt-helfe-ich-mir-selbst-Musik!" | |
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Treffer | <|
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Beim diesjährigen Kernkrach-Festival in Warendorf machte ich meine erste persönliche
Bekanntschaft mit dem elektronischen Projekt CLOSEDUNRUH aus Hannover,
dabei existiert man unter diesem Namen bereits ununterbrochen seit 1980!
Mastermind ist der umtriebige Thomas Tier Wolff, welcher Punkfreunden
sicherlich noch als Schlagzeuger solch legendärer Kapellen wie BLUT + EISEN oder der CRETINS
bekannt sein dürfte. "Nebenbei“ hat er sich aber auch immer der sogenannten Geräuschmontage
gewidmet, so entstanden bis zum Jahre 2000 immerhin 51 MCs (das sind die kleinen analogen
Teile für Walkmans!) und danach auch 2 CDs mit den Titeln "Sand Atmet Zeit – Los“ sowie
"Entsichert“, welche in Kleinstauflagen beim Eigenlabel "E-Klageto“ erschienen sind.
Live überzeugten mich Fronter Thomas und seine schwarzgewandeten Mitstreiter mit
düsterem Endzeit Electro und einer Spur LAIBACH-Feeling. War zwar nicht gerade Party-tauglich
um diese Uhrzeit, aber mein Interesse an den "Unruhigen“ ward geweckt. Da passte es natürlich vorzüglich,
dass das rührige Veranstalter Label Kernkrach parallel zum Konzert eine
10inch der Niedersachsen herausbrachte, wie immer in einer mehr als ungewöhnlichen
Verpackung. So hat man jedes der 330 limitierten Cover eigens von den Heeper Sportschützen
beschießen lassen, quasi der Individualtreffer für den Individualhörer! Der jeweilige Waffenträger
wurde dann sogar noch per Foto auf der Vö veröffentlicht, mit kleiner Widmung! Dabei sollte die eigentliche Musik natürlich nicht außer acht gelassen werden: 6 Tracks, inklusive kurzem Intro/ Outro, mit einer Spielzeit von knapp 20 Minuten. Dass es bei Titeln wie "Mehr Blut“ oder "Tödliche Strahlen“ nicht gerade um Kindergeburtstagsthemen geht, dürfte eigentlich selbstverständlich sein. Für das oftmals Spaß-orientierte westfälische Label also eine eher ungewöhnliche Stimmung, die hier verbreitet wird. Allerdings auch nicht ganz repräsentativ für CLOSEDUNRUH selbst, zumindest sind die Kompositionen deutlich eingängiger als die Hörproben auf deren Page. Also ein Geschmackstreffen in der Mitte, wie einst auch bei der WERMUT-VÖ. Musikalisch mischt man stimmungsvollen Dark Electro mit Soundcollagen und einer durchweg punkigen Attitüde, da scheinen doch die Wurzeln des "Tiers“ durch. "20 Städte“ beginnt mit einer sakralen Atmosphäre und einer Prise VANGELIS, hier wird ebenso wie beim getragenen "Tödliche Strahlen“ düster aber clean intoniert. "Mehr Blut“ (mit Noise-Elementen und Stakkatoaufbau gesegnet) fällt dann gesanglich aggressiver aus, während "Kriminelle Energie“ einen deutlichen 80er Minimal Electro Touch besitzt, welcher sich vor allem im Rhythmus-Bereich bemerkbar macht. Eine überaus interessante Scheibe in allen Bereichen, aus der man mit etwas Geschick und Glück richtige Tanzflächenknaller für die nächste Synthetik-Party extrahieren könnte. Latent depressiv, latent systemkritisch, latent vage, aber musikalisch auf hohem Niveau. Wie wäre es mal mit einer kompletten CD in diesem Stil? TK (05.12.2005) (Terrorverlag) | |
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Bunte Bezüge / Sampler | <|
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1.) Das E-Klageto Label aus Hannover existiert als unabhängige Plattenschmiede
seit 2001 und mit dem neuesten Release wird man der Bezeichnung auch gerecht,
denn die vorliegende Sammlung kruder bis kurioser Minimal Electro Perlen erscheint
stilecht auf Vinyl. 12 reguläre (im weitesten Sinne) Stücke und ebenso viele Interludes...
gespielt jeweils auf einem Waldhorn von CARL J. COOLMAN! Der Name gibt schon ein
wenig die Richtung vor: Hier regiert überwiegend allerschrägste Avantgarde, ohne dass es
den Beteiligten an Können mangeln würde. Ganz im Gegenteil, Bombast kann jeder,
charmanter Dilettantismus hinter drei Keyboardakkorden will genauestens ausgetüftelt sein. Dabei steht E-Klageto in enger Verwandtschaft zu Thomas Tier Wolff und dem berühmt berüchtigten Kernkrach Konsortium. Kein Wunder also, dass die Herren sich tatkräftig an diesem Sampler beteiligen, so eröffnen CLOSEDUNRUH beispielsweise den Reigen mit ihrem kantig-hektischen Punk Electro Track "was is' los ?“ Das mag sich auch der unbedarfte Hörer alsbald fragen, denn bei dem Opener handelt es sich noch um reinsten Mainstream verglichen mit anderen Kompositionen. Da wäre der geniale Aldi Punk zu nennen mit einem Werk von seinem 99er Kassettenrelease "Aldi Tastenbrett Punkrock“. Oder das Münsteraner Ein-Mann-Projekt SICKDOLL, bekannt vom 2005er Kernkrach Festival genau wie der Herr BRANDSTIFTER, dessen letztes Release "Der Retter der Welt“ wir andernorts schon heftigst gewürdigt haben. HELGE SCHNEIDER meets Minimal Electro. Zusammen mit GOTT 30 darf er später auch noch einmal "kapitalismusklatschen“. Herrlicher Unfug, ebenso wie das ORDNUNGSAMT mit einem Lied über meine eigene Vergangenheit... "Videosüchtig“... bin aber mittlerweile halbwegs geheilt. Bei 30G WENIGER FETT stellt dann Dr. Kernkrach himself ein Drittel der Musikantenschar, der aktuelle Longplayer trägt den Namen "Das Konsumverhalten verzehrreifer Humanoiden zur Schlussverkaufszeit“. Die eindeutig Mainstreamigste Formation hört auf den Namen WOHNRAUMHELDEN, praktiziert in die Ohren/ Beine gehenden Sofapop und bietet mit C-Punkt immerhin den rothaarigen Gitarrist von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE auf. Respekt für dieses Doppelleben! Nach dieser Lektüre sollte klar sein: Es gibt absolut keinen Grund für den Fan von Minimal Schräg Electro mit 80er Echt-NDW-Neigung, auf dieses Kleinod zu verzichten. Und sollten Sie keinen Plattenspieler ihr Eigen nennen, macht sich das Cover auch sehr gut an der Wand. TK (12.06.2007) (Terrorverlag) | |
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2.) Vinyl-Fans, aufgepasst! Hier kommt ganz großer Musikspaß!
Hannovers junge Rockszene präsentiert sich hier sehr umfangreich,
mit schon etablierteren Bands wie den Wohnraumhelden, den geheimnisvollen Projekt
Messdiener als auch noch unbekannteren Combos wie Etonal oder Milford T.
Wir hören auch den Ex-Drummer der Cretins, Thomas Tier als Closedunruh und den einzigartigen Dr. Proll.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber fast alles macht viel Spaß! PLATTENVORSTELLUNG: magascene / Hannover | |
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3.) Das kleine Label E-Klageto aus Hannover hat sich bisher vor allem durch die Wiederveröffentlichung,
beziehungsweise den Vertrieb der legendären ersten Cretins-EP hervorgetan. In Zusammenarbeit mit Kernkrach liegt nun ein feiner LP-Sampler vor, der sich minimal-elektronischen und anderen skurrilen Klängen widmet. Mit dem BRANDSTIFTER, CLOSED UNRUH und SICK DOLL sind ein paar Projekte dabei, die schon etwas bekannter sind, dazu gibt es aber noch jede Menge neue und bisher unbekannte Gruppen und Projekte, so dass hier eine spannende Entdeckungsreise ansteht.
Den Anfang macht CLOSED UNRUH mit einer Art Electro-Punk, der viel Power hat. Die Gruppe ist
ziemlich vielseitig und ich bin gespannt, was da noch so alles kommen wird. 30 GR.WEN.FETT geht
da schon mehr in die Minimal-NDW-Ecke und erinnert auch ein bisschen an den guten alten
Harald "Sack“ Ziegler Anfang der 90er Jahre. Hinter ORDNUNGSAMT stecken meines Wissens
alte Tape-Helden (unter anderem der gute alte Inox Kapell) und auch hier werden schräge
NDW-Anklänge verbreitet. YANGWELLE war mir bisher auch völlig unbekannt und ehrlich
gesagt kann ich den fast schon ambienten Klängen auch nicht viel abgewinnen. Netter
ist da schon wieder der BRANDSTIFTER mit den für ihn typischen Früh 80er-Computerspielklängen.
MESSDIENER kennen einige von der minimal-limitierten 7“ auf Kernkrach und auch hier überzeugt
das Projekt mit Sounds, die direkt aus der 1982er Tapeszene stammen könnten, und auch Der Plan
ist nicht so weit entfernt. Die B-Seite wird von MILFORD T eröffnet, auch hier gibt es minimalistische Tapeszene-Musik zu hören. SICK DOLL kennt man natürlich schon ganz gut und hier gibt es wieder mal Electro-Wave vom Feinsten. Bei kaum einem anderen aktuellen Projekt klingen in jedem einzelnen Ton die frühen 80er Jahre so sehr durch. Dann der gute Punk ALDI, der mit seiner Duschperformance beim Kernkrach-Festival 2006 für Aufsehen gesorgt hat. Mit seinem Kinder-Tastenbrett-Geklimper macht er echt Spaß. Minimalistischer geht nun wirklich nicht mehr und witzig ist es auch noch. Deutlich experimenteller wird es bei GOTT 30 UND BRANDSTIFTER. Minimal-Power-Electronics, wenn es so was überhaupt gibt? Dann geht es auch schon in Richtung Ende der Platte mit den WOHNRAUMHELDEN. Ein schöner Popsong mit absolutem Hitcharakter, den ich irgendwo schon mal gehört zu haben glaube. Ausklingen tut die Platte schließlich mit einem Stück von DR. PROLL, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das schon Wave ist oder doch leicht hippieske Improvisationsmusik. Irgendwie aber fesselnd und hypnotisch. Zwischen den einzelnen Songs dieser LP sind immer kurze Waldhorn-Bläsereien zu hören, die nicht stören, aber auch nicht besonders interessant sind, Mir stellt sich nur die Frage, wie ein etwa 12 oder 13-Jähriger heutzutage auf die Idee kommen kann, Waldhorn zu lernen. Aber na ja, muss ja jeder selbst wissen. Schöne Platte, mit vielseitigen Electroklängen und einigen echten Hits. Das Booklet kann man sich auf der Label-Website runterladen. Alexander Pohle (Backagain) | |
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Nichts schmeckt, doch alles schmeckt gut! von Closedunruh | <|
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1.) CLOSEDUNRUH – 4-Spur Musik. Mit diesem Tag lässt sich das Projekt von Thomas
Tier ergoogeln aber nicht begreifen. Hierzu muss schon tiefer in den Soundkosmos
des Hannoveraners herabsteigen, der mit wechselnden Mitstreitern seit 1980 elektronische
Klangwelten heraufbeschwört. Nach der CDR "Nimm den Zug vom Friedhof“
und der Partizipation am Sampler "Bunte Bezüge“ erscheint nunmehr wiederum bei
E-Klageto die Vinyl-VÖ "Nichts schmeckt – doch alles schmeckt gut!“.
Ein scheinbarer Widerspruch, wie auch der Bonus in Form einer CDR, die mir leider nicht vorlag.
Doch die 7 neuen Kompositionen bei 35 Minuten Spielzeit geben einen guten in Einblick in die
"unruhige“ Welt 2007, die in Zusammenarbeit mit YANGWELLE aka Jan Gieseke das Licht erblickt hat. "Nichts schmeckt“ wirkt vergleichsweise mainstreamig und gerundet, ein richtig nett vor sich hin groovender Opener, natürlich 80er infiziert. "Sonnenuhr“ – Ein sehr entspanntes, chilliges Stück für die Stunden nach den Stunden, in Teilen schon 1995 entstanden. "Stein aus Strom“, melancholischer Refrain paart sich mit typischem 80er Rhythmus. "Bevor’s weh tut“ erinnert musikalisch wie lyrisch recht deutlich an DAS ICH, mit denen man im allgemeinen die verschachtelt-kritisch-intelligenten Lyrics gemein hat. Nicht jedes Bild ist dechiffrierbar, aber in Verbindung mit der beschwörend-tiefen Stimme des "Tiers“ sehr beeindruckend. "Herz aus Kreuz beschließt den interessanten Reigen vergleichsweise experimentell. Ein erneuter Griff zwischen Kunst und Kommerz, die Botschaften hinterlistig hinter ergreifende Beats gepackt. Analoger Endzeit-Electro mit Sinn, Verstand und Herz. Das mundet daheim wie in den Clubs! Zu ordern beim Label für verschwörerische 13 Euro! TK (26.09.2007) (Terrorverlag) | |
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2.) Die ewige Suche nach Musik aus den Nischen hat mich bereits im letzten Jahr zu CLOSEDUNRUH geführt.
Das bereits seit 1980 aktive Projekt wurde von THOMAS TIER, der auch noch als Schlagzeuger bei diversen
Punkbands spielt/spielte und das Projekt OHRGINAL betreibt, aus der Taufe gehoben. Bei seinen Aktivitäten
wird er zusätzlich von diversen Mitmusikern unterstützt. Von 1980-2000 wurden lediglich Kassetten veröffentlicht,
bevor es im neuen Jahrtausend auch die ersten Veröffentlichungen auf CD gab. Der Anlass, sich näher mit CLOSEDUNRUH zu beschäftigen, ist allerdings auf die neueste Veröffentlichung "Nichts schmeckt - doch alles schmeckt gut!". Zunächst sei aber gesagt, dass sich für denjenigen, der sich für den musikalischen Werdegang der Band interessiert, neben den sieben neuen Stücken auf Vinyl zusätzlich noch eine Bonus-CD mit Material von 1981-1995 findet. Diese CD eignet sich auch als perfekter Einstieg in die Klangwelt der Band. Der Sound von CLOSEDUNRUH basiert auf experimentellen Geräuschmontagen, minimaler Elektronik und eigenwilligem Gesang mit zum Teil recht skurrilen Texten, die deutlich den Geist der 80er Jahre atmen. Die Stücke auf der CD sind somit eine Mischung aus Klangexperimenten und Songs sowie zwei Live-Stücken. Gerade die Tapeexperimente aus den frühen 80ern sind mit einfachsten Mitteln hergestellt worden und bei dem einen oder anderen Stück verwundert es auch nicht, dass so etwas nicht offiziell veröffentlicht wurde. Daneben gibt es aber auch Stücke wie "Schraube", "Wechselwirkung" oder "Wie schön, dass wir Strom haben!", die durchaus mit etwas rauer 80er-Minimal-ästhetik zu gefallen wissen bzw. richtig gut sind. Dermaßen musikalisch vorbereitet nähert man sich schließlich der eigentlichen Veröffentlichung, s prich der LP. Wenn man die Platte so durchhört, dann fällt einem auf, dass der Sound richtig professionell klingt und die reinen Klangexperimente zugunsten "richtiger" Stücke, übrigens durchweg mit Gesang, aufgegeben wurden. Gleich das erste Stück, "Nichts schmeckt", ist für mich auch gleich das beste des Albums. Minimale Strukturen in einem an die 80er Jahre angelehnten Breitwandsound, verbunden mit zwingenden Rhythmen und einprägsamen Melodiebögen sowie Gesang, haben mich beim ersten Hören sofort deutlich beeindruckt. Um es kurz zu sagen, es groovt! Das folgende "Kopfschmerzen im Knie" bezieht sich ganz klar auf DAF, wobei dieses langsam-schleppende Stück gegen Ende eine immer intensivere Atmosphäre aufbaut und ebenfalls zu den Höhepunkten der Platte gezählt werden darf. Bei - aus meiner Sicht - dem Ausreißer der Platte, "Sonnenuhr", bewegt man sich dann aber eher in moderneren, musikalisch seichteren Dancefloorgefilden. Jedenfalls läuft der Song ohne größere Vorkommnisse luftig und leicht so vor sich hin. Die zweite Seite hat dann zu Anfang mit "Stein aus Strom" aber wieder ein kaltes, mächtig groovendes Elektrostück zu bieten. "Bevor´s weh tut" ist eine opulente Mid-Tempo-Nummer, die mich etwas an den deutschen Elektro - vielleicht so ein bisschen THE INVINCIBLE SPIRIT - Anfang der 90er Jahre erinnert. Ebenfalls an die 90er Jahre denken lässt mich "Der Ermordete", wobei das ruhige, leicht schwülstige Stück eher in Richtung 90er Wave driftet, dem ich nicht allzu viel abgewinnen kann. Heraus reißt es dann nochmal das letzte Stück "Herz aus Kreuz", dass als recht krachiges Brett daherkommt und in seiner Art und Monotonie etwas an DIVE erinnert. "Nichts schmeckt - doch alles schmeckt gut!" ist eine ganz ordentliche Platte geworden, obwohl es auch ein-zwei Durchhänger gibt. Dennoch ist CLOSEDUNRUH damit ein Album gelungen, das angenehm abwechslungsreich ist und auch hier und da Hitpotential erkennen lässt. Die "Querschnitt 1981-1995"-CD bringt einem zudem das Gesamtphänomen noch etwas näher und hält noch drei-vier musikalische Perlen bereit. Tony F. für nonpop.de | |
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Schön, dass wir Strom haben Von Susanne El-Nawab (Zeit online) 3.) Ein Phänomen aus Hannover ist die Experimental-Band Closedunruh. Seit 30 Jahren macht sie Nischenmusik, die in jeden Sarg passt. Als Thomas Tier zu schwitzen beginnt, werden ihm die verspiegelte Pilotenbrille und die Lederjacke lästig. Dann zeigt der Sänger seine Tätowierungen und sein verwaschenes T-Shirt. Während er als Gekreuzigter posiert und sich am Boden krümmt, wahren seine Begleiter an den Tasten die Contenance, in weißen Hemden mit blinkenden Pfeilen und Krawatten. Im Konzert bei Silke Arp bricht in Hannover fühlt sich Closedunruh ganz zu Hause. Manchmal holpert die lässige Darbietung, dann lächeln die Musiker. Mit Thomas Tier spielen der Klangtüftler Yangwelle, Milford T. und Frank Simon. Ihr Auftritt ist ein tanzbares Vergnügen, es stampft, fiept und rappelt. Die achtziger Jahre lassen sie nicht los, erst zum Schluss gibt es einen grässlichen Blues, den niemand so recht hören mag. Das passt zu dem Motto über der Bühne: "Wer sich am kommerziellen Musikgeschmack orientiert, dient der Reaktion." Seit dem Jahr 1980 experimentiert Thomas Tier mit Elektronik, montiert Töne und Texte zu düsteren Klanggebilden. Das erinnert mal an DAF, mal an die Einstürzenden Neubauten, auch an Depeche Mode. Allerlei Musiker begleiteten ihn über die Jahre, so veränderte sich der Klang der Band ständig. Nichts schmeckt – doch alles schmeckt gut heißt das neue Album, erschienen ist es bei E-Klageto, dem Plattenfirmchen seiner Partnerin Anke Wolff. Zurzeit verdient Thomas Tier seinen Lebensunterhalt als Fernfahrer. Seine Aufnahmen macht er mit Radiorekorder, Walkman, und Vierspurtonband. So entstanden zwischen 1980 und 2000 mehr als 50 Musikkassetten und diverses Vinyl. Nebenbei trommelte er bei den Punkbands Blut + Eisen und Cretins. Einen Einblick in die musikalische Vergangenheit von Closedunruh gewährt die dem neuen Album beigefügte Bonus-CD mit Aufnahmen aus den Jahren 1981 bis 1995. Da gibt es enervierende Krachmontagen wie Nirgends hat man seine Ruhe (mit Staubsaugern, Bohrmaschinen und Opernarien) und tanzbare Lieder über die wundersame Elektrizität: Wie schön, dass wir Strom haben! Thomas Tier liebt die Uneindeutigkeit. Ein Album von Closedunruh hieß Nimm den Zug vom Friedhof, auf dem neuen singt er vom Konfirmationsunterricht und vom Verlust der Zähne. Ganz nebenbei zeigt er seine Rechenkünste:"Fünf und sechs ist elf, ich weiß Bescheid." Das Lied " Kopfschmerzen im Knie " verneigt sich vor DAF, dann würgt und röchelt der Sänger; es passt in jede Gruftie-Disko. | |
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4.) Der Titel hat mindestens genauso viel logisches Potenzial wie " Nachts ist es kälter als draußen "
oder " das Pferd ist höher als hinten" . In diesem scheinbaren sinnlosen Satz kann man aber dennoch
eine Intention der Musiker erkennen. Es ist eine Form der Gesellschaftskritik, denn alles, was wir
konsumieren (egal in welcher Form) ist zwar eigentlich ungenießbar, aber wir finden es trotzdem gut
und konsumieren mehr. Closedunruh haben deshalb konsequenterweise sich dem Konsum
entgegengestellt und präsentieren einen ziemlich schrägen und düsteren Elektro mit einem
Sänger, der manchmal an Rammstein und dann wieder auch an Grauzone erinnert.
Grauzone ist eigentlich ein schönes Stichwort, denn man kann diese Band eigentlich
mehr der Neuen Deutschen Welle einordnen, als in die heutige Zeit. Das, was Closedunruh
ist nah an dem, was man damals " genialen Dillettanten " bezeichnete. Und dass sie so klingen
ist eigentlich nicht außergewöhnlich, wenn man sich einmal den Werdegang von Closedunruh anschaut.
Denn die Jungs machen schon seit 1981 Musik, sind also schon alte Hasen. Thomas Thier,
der kreative Kopf der Band, war unter anderem bei den Bands Blut+Eisen und Cretins.
Das Closedunruh aber eigentlich noch von keinem wahrgenommen wurde, liegt vielleicht daran,
dass man sich bewusst darauf konzentriert, eher ein Projekt zu sein, das durch Mund-zu-Mund
Propaganda zu Größe erlangt. Allerdings muss man auch sagen, dass gerade solche Stücke wie
" Kopfschmerzen Im Knie " und " Herz Aus Kreuz " mit ihrem Scheppern und Schreien eigentlich für
wenig Aufregung sorgen, wäre vor 25 Jahren bestimmt eine der meistgefeierten Bands gewesen,
weil ihr Sound wirklich neu war. Heutzutage wirkt dieses scheinbar böse und düstere allerdings
etwas aufgesetzt und irgendwie eben Fehl am Platz. Allenfalls für Historiker etwas, denn zum
Album gibt es noch eine weitere CD Rom mit sieben Tracks von Closedunruh aus den Jahren 1981-1995. verfasst von Nuuc ((Elektrotrauma) | |
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Würmer im Kruzifix / Klosterarbeiten von Messdiener | <|
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1.) Sind dass wirklich die gleichen MESSDIENER, die vor einiger Zeit eine halboffizielle,
ultralimitierte 7 Inch bei Kernkrach veröffentlicht haben? Hier gibt es düster-schrägen Post-Punk
zu hören und man mag gar nicht glaube, dass diese Aufnahmen aus neuerer Zeit sind und nicht
von Mitte der 80er Jahre. Düstere Klänge, die ein bisschen an die legendären Crazy Baby Doc
oder die späteren Hamburger wie Buxom Coxcomb oder Der Schwarze Kanal erinnern, das
Ganze verfeinert mit einem ordentlichen Schuss Dark Wave. Die reguläre CD kommt in einer
handbemalten Pappbox mit diversen Beilagen und ist limitiert auf 222 Exemplare. Schwere Kost mit Kultpotential! Backagin | |
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2.) Stomping the night away mit Messdiener, unzweifelhaft die Knorrkator des Industrial.
Grauslige Qualität in Ton und Bild, vermatscht zu einem schaurigen Sittengemälde. Was
Con-Dom mit dem Brett vor den Kopp versucht haben, erreichen Messdiener durch genialen
Dilettantismus und den Vorsprung einer Innenansicht, die die Briten seinerzeit nicht hatten.
Braucht sicher ne Weile, bis man Messidener ins Herz geschlossen hat, wenn es aber soweit ist,
dann bekommt diese CD einen Ehrenplatz in der Sammlung direkt neben Non Toxique Lost. Zipo | |